Das Gärtnern genießen ohne Beschwerden

Rückenschonende Gartenarbeit

Der Sommer ist mit Sicherheit die Zeit des Jahres, welche wir am liebsten im Garten, oder zumindest auf dem Balkon, verbringen. Gärtnern kann ein fantastischer und erfüllender Teil unseres Lebens sein. Wir kommen in Bewegung und sind in Verbindung mit der Natur. Eine großartige Kombination für Körper und Geist. Dennoch kann das Gärtnern für unseren Bewegungsapparat eine Herausforderung darstellen. Damit Sie die Gartenarbeit jetzt und in Zukunft genießen können, ohne sich in der Folge mit Schmerzen zu plagen, haben wir einige Ratschläge für Sie zusammen gestellt.

Aufwärmen vor der Gartenarbeit

Nachdem wir die langen, kalten Monate gewartet haben, mag es verlockend sein, sich gleich  in die Aufarbeitung des Gartens zu stürzen. Tun Sie sich selbst einen Gefallen und nehmen Sie sich kurz Zeit, um Ihre Muskeln aufzuwärmen, bevor Sie mit der Arbeit beginnen. Wie bei jeder anderen körperlichen Aktivität sollten Sie auch bei der Gartenarbeit Ihren Körper auf die neuen Bewegungen vorbereiten. Vergessen Sie nicht, dass Sie dabei sind, körperlichen Belastungen nachzugehen, welche teilweise oder gänzlich anders sein werden als ihre alltäglichen Belastungen.

Pausen machen

Wenn man im Flow ist, kann man das Zeitgefühl schnell mal verlieren. Wenn man verbissen versucht Ergebnisse zu erreichen, pflügt man vielleicht einfach durch die Arbeit, ohne auf die Hinweise seines Körpers zu achten. Es ist jedoch ratsam, das Tempo zu drosseln, anstatt sich durchzukämpfen, um die Arbeit zu erledigen. Stellen Sie sich einen Wecker und machen Sie alle 15-20 Minuten eine Pause um sich zu strecken und ein bisschen herumzugehen, anstatt längere Zeit in der gleichen Position zu bleiben.

Trinken Sie genug

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist immer wichtig. Insbesondere gilt dies aber, wenn Sie unter der Sonne körperlich aktiv sind. Tragen Sie eine Flasche Wasser zusammen mit Ihren Gartengeräten bei sich. Wenn Sie Ihre Pause alle 15-20 Minuten einlegen, trinken Sie auch ein Glas Wasser.

Tief durchatmen

Während Sie sich dehnen und hydrieren, atmen Sie tief ein und aus, um Ihre hart arbeitenden Muskeln zu nähren und die Durchblutung zu verbessern. Versuchen Sie ihre Schultern und Ihren Brustkorb bewusst zu entspannen. Wenn Sie tief einatmen, sollten Sie sehen, wie sich Ihr Bauch nach außen und dann ruhig nach innen bewegt. Um dies noch bewusster zu tun, kann es ratsam sein, die Handflächen für einige Atemzüge auf den Bauch zu legen und bewusst in diese Region zu atmen. Das Zwerchfell arbeitet zusammen mit der Rumpf- und Beckenboden Muskulatur als stabilisierende Einheit für die Wirbelsäule. Durch die richtige Atmung holen wir diesen wichtigen Spieler wieder mit ins Boot.

Hören Sie auf ihren Körper

Es ist leicht, sich in der Arbeit zu verlieren ohne dabei auf die Signale des Körpers zu achten. Gartenarbeit kann in der Tat sehr meditativ sein. Achten Sie jedoch darauf, sich nicht so sehr in der Aufgabe zu verlieren, dass Sie Wehwehchen und Schmerzen ignorieren, bis es zu spät ist. Achten Sie auf die Botschaften, die Ihnen Ihr Körper sendet. Wenn Sie ein Stechen spüren, welches dabei ist sich zu steigern oder zu manifestieren, machen Sie eine Pause oder wechseln Sie die Position.

Achtsam mit schweren Aufgaben umgehen

Säcke mit Mulch und Erde oder schwere Topfpflanzen sind unvermeidbarer Bestandteil der Gartenarbeit. Anstatt einen ganzen Sack Erde von einem Ende des Gartens zum anderen zu schleppen, sollten Sie die Verwendung einer Schubkarre in Betracht ziehen. Teilen Sie große Ladungen in kleinere Teile auf, die leichter zu handhaben sind. Wenn Sie etwas Schweres heben müssen, erwägen Sie, um Hilfe zu bitten, oder sehen Sie sich diese Hinweise an, wie Sie richtig heben können, ohne Ihren Rücken zu verletzen.

Variieren Sie ihre Aufgaben

Konzentrieren Sie sich nicht auf einen Bereich oder eine Stelle auf einmal, sondern variieren Sie Ihre Aufgaben. Dies hilft um sicherzustellen, dass Sie nicht über längere Zeiträume dieselbe Position innehaben. Mehrere „Stationen“ gleichzeitig zu haben, zwischen denen man ständig wechselt, ist eine gute Taktik um sowohl effektiv als auch rückenfreundlich zu arbeiten. Sollten Sie sich an einem bestimmten Tag nur eine spezielle Aufgabe haben, lohnt es sich, ihre Haltung an dieser Arbeitsstelle andauernd zu variieren, um ihre Muskeln nicht zu überlasten. So kann die Arbeit am Blumenbeet zum Beispiel in hüftdominanter Beugung, kniedominanter Beugung oder „gekniet“ durchgeführt werden (genauere Beschreibungen der verschieden Bewegungen finden Sie in diesem Video). Wechseln sie alle paar Minuten zwischen den verschiedenen Haltungen, um ihren Bewegungsapparat möglichst abwechslungsreich zu belasten.

Gartenarbeit kann viel Arbeit sein, aber sie ist auch eine große Quelle des Vergnügens und der Erfüllung. Dies gilt umso mehr, wenn wir uns dabei in bester körperlicher Verfassung fühlen.