Was stimmt wirklich? Und was ist nur ein Irrglaube?

Die 10 verbreitetsten Mythen über die Chiropraktik - Teil 5

Über die Chiropraktik gibt es viele Gerüchte, Mythen und falsche Annahmen. Obwohl wir in einem Zeitalter unendlicher Informationsmöglichkeiten leben, halten sich viele dieser Irrglauben erstaunlich hartnäckig. Daher möchten wir in unserem fünfteiligen Bericht über die “beliebtesten” falschen Behauptungen zur Chiropraktik aufklären. Im letzten Teil geht es primär um die Ausbildung von Chiropraktoren.

Mythos Nummer 9: ,,Chiropraktoren sind weniger gut ausgebildet als „richtige“ Mediziner."

Aufgrund der ganzheitlichen Natur der Chiropraktik im Vergleich zu konventionelleren Ansätzen betrachten viele Menschen, die mit dem Beruf nicht vertraut sind, Chiropraktoren als weniger gut ausgebildet als Ärzte. Mit dieser Aussage macht man es sich jedoch zu leicht. Die Chiropraktoren der Deutschen Chiropraktoren Gesellschaft (DCG) müssen durch ein 4-6 jähriges Studium einen Abschluss an einer international akkreditierten Universität erwerben.

Nach Angaben der American Chiropractic Association (ACA):

“Chiropraktoren werden in staatlich anerkannten, vier- bis sechsjährigen Programmen mit einem Lehrplan ausgebildet, der mindestens 4.200 Stunden Unterricht, Labor und klinisches Praktikum umfasst, wobei das durchschnittliche DC (Chiropraktoren) – Programm in Unterrichtsstunden den der allopathisch – medizinischen Schulen entspricht.”

Für den Erwerb eines Chiropraktik Abschlusses an den meisten Universitäten der Welt sind fünf akademische Jahre erforderlich. Ähnlich wie bei der Ausbildung von Medizinstudenten, erhalten die Studenten der Chiropraktik eine solide Grundlage in den Grundlagenwissenschaften mit Kursen in Anatomie, Physiologie, Neurologie, Pathologie und Pharmakologie, bevor sie eine klinisch – wissenschaftliche Ausbildung absolvieren. Ein Jahr klinischer Praktika rundet ihre medizinische Ausbildung ab.

Natürlich sollten man bei diesen Zahlen berücksichtigen, dass sie einen Vergleich zum medizinischen Grundstudium ziehen. Fachärzte legen im Anschluss an das Grundstudium noch einen längeren, akademischen Weg zurück. Hier liegt die Dauer des Ausbildungsweges in der Regel bei 8-10 Jahren.

Mythos Nummer 10: Alan Harper ist ein Chiropraktiker

Wer die Serie „Two And A Half Men” kennt, dem wird sicherlich bekannt sein, dass einer der Hauptcharaktere, nämlich Alan Harper, Chiropraktiker ist. Obwohl Alan tatsächlich, wie in einigen Episoden bekannt wird, sein Geld durch chiropraktische Behandlungen verdient, müsste seine Berufsbezeichnung in der deutschen Übersetzung allerdings eine Andere sein. Da er im Englischen als „Chiropractor“ betitelt wird, müsste seine Berufsbezeichnung im Deutschen richtigerweise „Chiropraktor“ sein. Tatsächlich werden „Chiropractors“ aus der englischen Sprache (sei es in Filmen, Büchern oder Zeitungen) im Deutschen immer als Chiropraktiker betitelt. Das Problem: Es gibt in den USA keine Chiropraktiker, wie wir sie hier kennen.

Um in den USA (sowie den meisten anderen Ländern der Welt) chiropraktische Behandlungen anbieten und durchführen zu können, muss ein 5-6 jähriges Studium der Chiropraktik absolvieren. In Deutschland ist die Chiropraktik gesetzlich sehr schlecht reguliert. Es gibt keine Mindestanforderung für die Ausbildung von Therapeuten, welche chiropraktisch arbeiten wollen. Die Berufsbezeichnung Chiropraktiker ist ein Überbegriff für alle Therapeuten die chiropraktisch arbeiten, unabhängig von der Ausbildung.

Die Berufsbezeichnung „Chiropraktor“ orientiert sich an der Bezeichnung „Chiropractor“ aus der englischen Sprache. Sie soll eben diese Therapeuten kennzeichnen, welche eine akademische Ausbildung der Chiropraktik durchlaufen haben, welche international standardisiert und reguliert ist.